Auftakt der Wahlforen mit FDP-Landeschef Holger Zastrow
Leipzig. Vor der Landtagswahl am 30. August stellen die fünf Spitzenkandidaten der demokratischen Parteien im Wahlforum ihre Konzepte vor. Den Anfang machte in der Kuppelhalle der Leipziger Volkszeitung der FDP-Landeschef Holger Zastrow.
Umfragen sehen Sachsens FDP bei zwölf Prozent Wählerstimmen nur kurz hinter der SPD. Bleiben die Verhältnisse so und darf man Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) glauben, könnte die nächste Regierung in Sachsen eine schwarz-gelbe werden. Das größte Problem ist für Zastrow deshalb, vor der eigentlichen Wahl bereits über Posten und Ämter zu diskutieren und dabei vielleicht den Wahlkampf zu vernachlässigen. Zastrow will weder sich noch andere Personen in den Mittelpunkt stellen, sondern die FDP-Themen, und bittet um eine Chance: „Wir wollen zeigen, dass wir es ernst meinen. Wir wollen an unseren Wahlversprechen gemessen werden.“
Bildung
Wie alle anderen sieht die FDP in der Bildung eines der beherrschenden Wahlkampfthemen. „Wir sind für ein sechsjähriges gemeinsames Lernen“, bekräftigt Zastrow eine zentrale Forderung seiner Partei. „Tillich muss das längere gemeinsame Lernen mitmachen, wenn er die FDP in der Regierung will“, sagt Zastrow in Anspielung auf die bisherige Abneigung in der CDU auf diese Änderung. Die SPD habe sich bei diesem Thema von der CDU „übern Tisch ziehen lassen“. Die FDP werde hart bleiben, weil es 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution an der Zeit sei, die Lebensläufe nicht mehr als Makel anzusehen, sondern Bewährtes aufzugreifen. Und dazu gehöre eine spätere Trennung in Mittelschüler und Gymnasiasten als bereits nach der vierten Klasse. Wenn schon Bildungsföderalismus, dann will Zastrow einen eigenen sächsischen Weg. Auch die Gemeinschaftsschule hält der FDP-Landeschef „für ein sehr interessantes Modell, das es häufiger geben sollte“. Er plädiert zudem für mehr Wettbewerb zwischen den Schulformen und für absolute Gleichberechtigung der freien Schulen.
Familienpolitik
Die Familienfreundlichkeit Sachsens und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind für den FDP-Chef vor allem Qualitäten, mit denen der Freistaat stärker werben müsste. Die „sicheren Städte“ und die „hervorragende Lebensqualität mit gutem Nahverkehr“ sind für ihn Standortfaktoren, die in der Konkurrenz um Fachkräfte, um Zuzug und gegen Abwanderung stärker bewusst gemacht werden müssten. Die FDP stehe dabei für ein unverkrampftes Familienbild, wo beide Eltern arbeiten, die Kinder betreut werden. Zastrow selbst übernimmt in seiner Werbeagentur die Kinderbetreuungskosten für seine Mitarbeiter. Die Sozialförderung müsse endlich frei von politischer Kungelei einzig nach fachlicher Notwendigkeit erfolgen.
Andreas Friedrich
Auftakt der Wahlforen mit FDP-Landeschef Holger Zastrow
Fragen an Holger Zastrow beim WahlforumDen vollständigen Beitrag lesen Sie in der Printausgabe der Leipziger Volkszeitung vom 12. August oder im
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